Googles Mutterkonzern Alphabet will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben. Das US-Unternehmen hob seine Prognose für Kapitalinvestitionen damit abermals an. Das zweite Quartal schloss Alphabet unterdessen mit einem Gewinn von 112,1 Milliarden Dollar (rund 98 Milliarden Euro) in der Bilanz ab. Davon waren jedoch rund 99 Milliarden Dollar ein reiner Buchgewinn durch die Aufwertung von Beteiligungen. Alphabet hält unter anderem Anteile an Elon Musks Weltraumfirma SpaceX und dem KI-Entwickler Anthropic.

Finanzchefin Anat Ashkenazi begründete die Ausgaben für die KI-Investitionen mit anhaltend hoher Nachfrage. »Wir haben unsere Rechenkapazitäten in den vergangenen drei Jahren sehr deutlich erweitert. Dennoch übersteigt die Nachfrage das Angebot«, sagte Ashkenazi. Im kommenden Jahr würden die Ausgaben noch einmal »bedeutend« höher ausfallen. Zuletzt hatte das Unternehmen mit einer Spanne von 180 bis 190 Milliarden Dollar gerechnet, davor 175 bis 185 Milliarden Dollar.

Alphabet hatte frühzeitig KI-Funktionen in die Google-Suchmaschine integriert, wodurch Nutzerinnen und Nutzer zuletzt häufiger auf die Suchmaschine zurückgriffen: Die Werbeeinnahmen über Google Search stiegen um gut 14 Prozent auf 81,63 Milliarden Dollar.

Das Wachstum wertet Alphabet als Beleg dafür, dass sich die Investitionen im KI-Bereich auszahlen. Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Die Umsätze von Google Cloud legten um 82 Prozent zu.

An den Märkten kam die Ankündigung schlecht an: Die Alphabet-Aktie verlor im nachbörslichen Handel zeitweise mehr als zwei Prozent. Für den Anstieg der Ausgaben sind zum Teil auch die höheren Kosten für Bauteile wie Speicherchips verantwortlich. Deren Preise werden wiederum durch Engpässe wegen der exorbitanten Nachfrage für den Bau von KI-Rechenzentren hochgetrieben.

Bei der Weiterentwicklung seines KI-Modells Gemini gerät Google derweil unter Druck. Die für Juni geplante Veröffentlichung von Gemini 3.5 Pro wurde verschoben, während Wettbewerber wie OpenAI und Anthropic weiter neue Versionen vorstellen.